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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Für die Liebe zum Trash! Diese Woche: Eissturm aus dem All. Der versprochene tosende Trash-Orkan bleibt ein zaghaftes Lüftchen.

Worum geht’s

Kurz vor Weihnachten schlägt ein Meteoroid in der US-amerikanischen Kleinstadt Lennox ein. Er zerspringt in zwei Teile, von denen einer schockfrostende Kältewellen ausstößt. Die Wissenschaftlerin Alex und der Working-Class-Hero Charlie müssen schnellstmöglich eine Lösung finden, bevor die ganze Kleinstadt zu einem großen Fischstäbchen gefriert.

Ben ist der Kapitalist in Lennox. Er ist somit Schuld an allem (These des Autors).

Mehr Trash? Hier!

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

“Eissturm aus dem All” (Orginaltitel: Christmas Icetastrophe) bietet wenig Neues. Mit einer sterilen Fernsehfilm-Ästhetik wird ein recht einfallsloser Katastrophenfilm präsentiert, der wohl alle anspruchsvollen Trashfreunde kalt lässt (boah, geiles Wortspiel). Am unterhaltsamsten ist, dass Marley, die Teenie-Freundin von Charlies Sohn Tim, trotz extremer Kälte keinen Gebrauch von der Kapuze ihrer Jacke macht. Die Schauspielerin Tiera Skovbye lebt aber auch in Kanada (und stammt aus Skandinavien). Vermutlich hat sie bei den Dreharbeiten überhaupt nichts von der Kälte bemerkt und musste genötigt werden ihre Hot Pants gegen eine lange Hose zu tauschen. Ansonsten weckt der wunderbar trashige Filmtitel Erwartungen, die der Streifen nicht im geringsten befriedigt.

Mal wieder ins Kino? Hier geht’s zur Sneak-Review!

Schon als Kind war er immer der Beste beim Stopptanz.

Trinkspielideen

Immer wenn du kurz eingenickt bist trinken. Und immer wenn der Eissturm wütet und die Bewohner von Lennox schockfrostet, müssen neue Eiswürfel in die Longdrinks rein.

Was haben wir gelernt?

Ein Meteoroid der die Erde trifft zerspringt meist in zwei Teile. Ein Teil strahlt Kälte aus, der andere Wärme (Ying und Yang quasi, eigentlich eine richtig philosophische Erkenntnis). Um die Menschheit zu retten müssen einfach beide Teile zusammengefügt werden. Dann ist das Universum wieder im Gleichgewicht und der Buddha lächelt. Wie sagte schon Eric Cartman in South Park: “A place for everything and everything in it’s place.”

Jede Woche verteilen wir Herzen… 

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Die Wissenschaftlerin Alex beweist, dass ihr Studium nicht umsonst war:

“Ich bin mir nicht sicher darüber, aber ich glaube das extreme Hitze die Kältewellen aufhalten kann.”

Nur die hitzige Liebe in jungen Teenie-Herzen kann den Eissturm aufhalten.

Politisch fragwürdigste Szene

Ein Polizist kommt an den Tatort, nachdem der Meteoroid eingeschlagen ist:
“Ich hab gehört ihr hattet einen Meteoroideneinschlag hier! Wie cool ist das denn?”

Darauf unser Charlie: “Wir haben so einige Tote hier, also nicht besonders cool.”

Danach ist der Partypolizist Berichten zur Folge mit seinen Kollegen einen heben gegangen und hat besoffen im Bademantel eine Wildpinkel-Orgie gefeiert. Die Presse berichtete.

Trinkspiele fürs erste/letzte Date. Prost! 

Ist das Trash oder kann das weg?!

Der Filmtitel “Eissturm aus dem All” lässt die Augen leuchten. Doch beim Anschauen stellt sich Ernüchterung ein (außer man hält sich an die Trinkspiel-Regeln). An dieser Stelle ein passender Dialog aus dem Film Hot Shots:

„Was liest du da für ein Buch?”

“’Große Erwartungen‘ von Charles Dickens.”

“Und wie gefällt’s dir?”

“Ich habe mir mehr davon versprochen.”

(Sinngemäß, da aus dem Gedächtnis zitiert).

Passt auch großartig, weil der Film mit einigen Namen auf Charles Dickens „A Christmas Carol“ anspielt (Marley, Crooge und Ratchet).

Interessant ist die Aufhebung des Klassenantagonismus durch den Meteoroiden. Charlie und sein Chef werden beste Freunde, nachdem sie durch die Katastrophe gezwungen sind auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Und das nachdem Charlies Chef ihn kurz vor dem Super-GAU noch gefeuert hat. Solche Interpretationen lässt der Film aber nur zu, weil er so stinklangweilig ist, dass man verzweifelt nach irgendwelchen Spannungsmomenten sucht. Vor allem, wenn man versucht eine halbwegs taugliche Rezension zu schreiben. 

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

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