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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Auch ZurQuelle kann Liebe. Deswegen dieser Fortsetzungsroman, an dem ihr euch das Herz ausbeißen werdet. Rührend, liebevolle Schundliteratur. Viel Spaß.

Was bisher geschah…

Weil Pietro sie verlassen hat, ist Evita am Boden zerstört. Am Imbiss lernt sie Pablo Picante kennen und neue Liebeshoffnung entflammt ihr schmerzendes Herz. Wäre da nicht ihr widerlicher Chef Heiko, der sie ständig anbaggert und der ganze Stress auf der Arbeit. Nach einem verhängnisvollen Arbeits-Dinner und derben Dünnschiss, hofft sie nun auf ein wiedersehen mit Pablo.

Evita hat etwas Mühe, die Adresse von Pablos politischem Weltverbesserer-Verein zu finden. Pablo hatte ihr einen Flyer bei ihrem ersten Treffen bei »Ullis Frittenbude« in die Hand gedrückt. Doch jedes Mal, wenn sie darauf guckte, wurde ihr schwarz vor Augen. Sie sah nur noch Pablo und sich selbst wild ineinander verschlungen, in inniger Ekstase und totaler Vereinigung. Nun ist der Flyer durch all ihre lüsternen Küsse verschmiert und unleserlich.

Auf der Suche nach Pablo

So irrt sie durch Friedrichshain, wo sich die politisch engagierten Menschen herumtreiben und Stadtgärten anlegen oder Chai Latte trinken. Das hat sie zumindest im Internet gelesen. Plötzlich umspielt der Geruch von verbrannten Haferkeksen, ranzigem Massageöl und Achselschweiß Evitas zarte Nase. In einem linksalternativen Buchladen nimmt sie eine Gestalt wahr; androgyner Körperbau, braune fettige Wursthaare und Propellermütze. Kein Zweifel: Es ist Pablo!

Evita platzt mitten in einen Vortrag. Alle sitzen im Kreis, etwas wie bei einer Selbsthilfegruppe. Schnell und leise nimmt sie auf einem der verblichenen Meditationskissen in der Nähe von Pablo Platz und versucht ihre Beine in den Lotussitz zu quälen. Pablo sitzt im vollen Lotus ein paar Plätze weiter und lauscht andächtig dem Vortrag über die Textilindustrie. Er hat Evita noch nicht bemerkt, und so kann sie ihn ausgiebig mustern. Die Brust schmächtig wie eh und je, der dunkle Bart klebrig und zottelig – er ist einfach anbetungswürdig! So lange hat sie sich nach ihm verzehrt!

Selbstzweifel und Scham

Der Vortrag von der Rednerin Karoline Kümmerling ist vorbei und nach einer »Murmelrunde« wird diskutiert. Die Diskutierenden sind sich aber einig: das einzig Vertretbare in unserer heutigen Gesellschaft sei, im Second Hand-Laden zu kaufen. Oder noch besser: im Second Hand-Laden zu klauen. Derweil beginnt sich Evita für ihr rotes Markenkleid zu schämen, das sie extra für den heutigen Tag angezogen hat. Als ihr auffällt, dass der ganze Saal wegen der gekreuzten Beine ihren schwarzen String sieht, fällt sie vor Schreck vom Kissen. Öko-Olga wirft ihr böse Blicke zu, während sie angespannt an ihrem Wursthaaren rumfummelt und ihre Zehen in den Sandalen nervös auf und ab bewegt. Nein, Evita fühlt sich so gar nicht wohl. Und auch Pablo hat sie mittlerweile bemerkt. Was ist das da in seinem Blick? Missgunst, Ekel oder Mitleid? Oder doch Liebe?

Nach einem Grundsatzstreit in der Gruppe und einer Schlägerei zwischen einem Ovo-Lakto-Vegetarier und einem Low Carb Paleo-Anhänger wird das Treffen vorzeitig beendet. Evita überwindet ihre Scham und spricht Pablo an. Das beste Gespräch, das sie seit langem hatte. Er redet und sie hört zu. Sie kann nicht reden, denn sie kaut an einem der verbrannten Kekse, der trocken und pappig ist und immer mehr wird in ihrem Mund. Krampfhaft lächelt sie Öko-Olga zu; die hat die Kekse gebacken. Nach vielen unverständlichen Worten Pablos und als Evitas Kiefer anfängt sich vom Kauen zu verspannen, passiert das Unmögliche: Pablo bietet ihr an sie zu massieren. Am besten in seinem Zimmer, das praktischerweise gleich nebenan ist (ja, er wohnt in einem Buchladen!). Damit sie sich entspannen und die Massage richtig genießen kann, wie Pablo sagt. Evita fliegt auf Wolke 7 und fühlt sich wie magic Max in der Check24 Werbung.

Es ist endlich soweit!

In Pablos Zimmer angekommen, zündet er ein paar Aromalampen an, die bald einen süßlichen Patschuliduft verströmen. Und dann wird Evitas Fantasie Realität. Seine erfahrenen Hände befreien nach einer kurzen Nackenmassage ihre prallen Brüste aus ihrem roten Stoffgefängnis. Pablo greift fest ihren Hintern, während er ihr zarte Küsse auf den Hals haucht. Evita stöhnt und seufzt vor Lust. Pablo ist noch toller als in all ihren Fantasien!

Sie zerfließt fast vor Erregung und Vorfreude auf weitere Zärtlichkeiten. Pablos flinke Finger umspielen Evitas Nippel wie die Analogjoysticks eines Playstation 4-Controllers. Immer im Kreis – links gegen, rechts mit dem Uhrzeigersinn. Sex-Skillz wie diesen hat Pablo von seinem Vater »Papa Bhagwa« gelernt. Der war ein indischer Sex-Guru und kam irgendwann vom Yoga nicht mehr nach Hause – er war mit einer Schülerin durchgebrannt. Evita wundert sich warum Pablo weint, als sie sanft an seiner Schambehaarung zupft. Doch egal: wild vor Lust springt sie auf ihn rauf und reitet ihn während er weiter jammert und »komm zurück Papa!« säuselt. Genau so hatte Evita sich ihr erstes mal mit Pablo vorgestellt.

Mehr von Evita? Hier könnt ihr alle vergangen Teile nachlesen!

Teil 1: Das erste Treffen mit Pablo

Teil 2: Das verhängnisvolle Dinner

Teil 3: der kathartische Dünnschiss