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von und für Zaubernde

Die charmante und trashige Horrorkomödie »The Babysitter« zeigt, was die Babysitterin macht, wenn die Eltern aus dem Haus sind. Sie holt ihre Teeniefreunde für eine Satansmesse, lyncht und mordet. Ein niveauarmer Spaß für die ganze Familie.

Worum geht’s

Cole wird vom Nachbarjungen Jeremy gemobbt und ist auch sonst nicht sonderlich selbstsicher. Dass er mit zwölf Jahren noch eine Babysitterin hat, macht es nicht einfacher. Dafür ist Bee, seine Babysitterin, cool, attraktiv und hat Ahnung von Filmen. Dummerweise ist sie unter der sympathischen und freundschaftlichen Oberfläche eine eiskalte Psychopathin, die Cole für ein Satansritual missbrauchen möchte.

Anwärter für den Olymp des Trash?

»The Babysitter« begeistert mit nerdigen Filmanspielungen, viel Kunstblut und schwarzem Humor. Als Max Jagd auf Cole macht, imitiert er z.B. die Melodie von Freitag der 13. Auch die Vorstellung der Sektenmitglieder spielt mit einer schönen Grindhouse-Ästhetik. Für eine Horrorkomödie geht es überraschend brutal zu. Und zum Schluss bloß nicht zu früh ausschalten: Post-Credit-Szene!

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Der zwölfjährige Cole kämpft mit Allison (Sarah Alles), einer der verrückten Satansanbeterinnen aus Bees Sekte. Während sie versucht ihn umzubringen, greift er zu unlauteren Mitteln: Sie hat eine Schusswunde an der Brust, nach der der verzweifelte Cole greift.

Allison ist schockiert: »Hast du sie nicht alle du kleiner Perversling? (…) Du wolltest mich die ganz Zeit schon, hast dir die ganze Zeit in deinem Zimmer genüsslich einen gewedelt!« Cole wird dann noch unsympathischer, dank »Mad Men«-Spoilerei.

Politisch fragwürdigste Szene

Cole ruft heimlich die Polizei, nachdem er beobachtet hat, wie Bee einem unschuldigen Nerd fürs Satansritual zwei Messer in den Kopf gerammt hat. Daraufhin tötet die Sekte einen Polizisten, der andere bedroht sie mit seiner Waffe.

Ein schwarzer aus der Gruppe hält die Hände hoch: »Hey, hey! Hands up, don’t shoot! Black lives matter too!«. Dann töten sie den Polizisten. Düsterer Humor, denn in der Realität läuft es ja bekanntermaßen meist gar nicht so anders ab.

Ist das Trash oder kann das Weg!?

»The Babysitter« ist eine nette dreckige Horrorkomödie. Was beginnt wie die „Coming of Age“-Geschichte eines nerdigen kleinen Außenseiters, wird zu einer blutigen Schlachtplatte mit schrägen Gags angerichtet. Bee wirft die undankbare Rolle der attraktiven Babysitterin, die als beste Freundin dem kleinen Cole hilft erwachsen zu werden, über den Haufen. So entwickelt sich »The Babysitter« zu einem schönen Spaß mit einer wunderbar bösen Antiheldin.