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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Die großen Zeiten des Pop-Punks sind vorbei? Nicht, wenn es nach Storyteller geht. Christian Wollart hat mit Rico Opitz, dem Frontmann der Band, gesprochen. Welche Musik hat ihn auf seinem Lebensweg begleitet?

Pop-Punk lebt. Denn obwohl Green Day und Blink-182 ihre besten Tage hinter sich haben, entwickelte die Band Storyteller in Leipzig eine zeitgemäße Form des unverkennbaren American-Pie-Sounds, der internationalen Größen wie Neck Deep oder State Champs in nichts nachsteht – und in den bittersüßen Hymnen ihres Debütalbums »Time Flies« vor allem den Pop-Anteil des Genres betont. Wir sprachen mit dem Storyteller-Frontmann Rico Opitz über seine musikalische Sozialisierung, bei der Die Ärzte und der Pokémon-Soundtrack gleichermaßen prägend waren.

Der erste Song, den ich bewusst gehört habe

Mein Vater prägte mich sehr mit Künstlern wie ACDC, Van Halen, Queen, Tom Petty oder Bon Jovi. Ich erinnere mich noch an eine Videoaufnahme von mir: Ausgestattet mit Plastikgitarre rockte ich im Alter von drei Jahren unser Wohnzimmer. Dazu lief ACDC’s Videokassette »Live at Donigton«; vor ausverkauftem Stadion hatte Angus Young beim Gitarrensolo von »Thunderstruck« seinen Hut so mega lässig abgeworfen – Meine Imitation des Gitarrensolos wird wohl nie jemand zu Gesicht bekommen, dennoch wusste ich in dem Augenblick: Ich werde mal richtig rocken!

Der Song, der mich an meine Schulzeit erinnert

Wohl der prägendste Song meiner Kindheit – »Gotta catch ‚em all!« von Pokémon! Ich glaube, der Hype um die Serie war nie so groß, wie zu meiner Kindheit – vielleicht irre ich mich da auch, aber meiner Einschätzung nach war wirklich jeder zum Kick-Off der Serie in Deutschland im Pokémon-Fieber. Übrigens: Auf Platz zwei folgt umgehend der Titelsong von Dragonball.

Der erste Protest-Song, den ich kannte

Ich kann gerade nicht genau kanalisieren, ob es wirklich der erste Protest-Song war, der mich berührt hat; in jedem Fall war es aber der, der mir in diesem Moment eben als erstes in den Kopf geschossen kam – »Schrei nach Liebe« von den Ärzten. Der Song ist derzeit wieder mehr als Up-To-Date.

Der Song, der mich zum Weinen bringt

Hier fällt mir direkt ein sehr aktuelles Release ein – »Be My Mistake« von The 1975. Ein Track ihres letzten Albums mit einem atemberaubenden Sound, der unter die Haut geht

Der Song, den ich gerne selber geschrieben hätte

Das ist einfach: »Have a Nice Day« von Bon Jovi! Die Message, die Riffs; ein Song der mich Tag für Tag daran erinnert, das Leben in gewissen Punkten mit Leichtigkeit zu nehmen. Wie viele Menschen bin ich oftmals viel zu verkopft und am »overthinken«.

Der Song von euch, auf den du am meisten stolz bist

Definitiv »You« – unser vielleicht wichtigster Song. Er sollte auf einen Schlag unseren Wandel und unsere Entwicklung im Jahr 2019 auf den Punkt bringen. So wurde er auch unsere erste Single und der Opener Song auf dem neuen Album. »You« ist eine in Neon/Rot-getränkte Nightlife-Story über die vielen zwischenmenschlichen Dinge nach denen wir tagtäglich jagen.

Der Song, der mich wütend macht

So richtig wütend macht mich eigentlich nur Schlager – diese Mini-Playback-Show im Fernsehgarten macht mich ganz wuschig. Dann performen die auch immer ohne Mikros, IM FREIEN! Dennoch glasklarer Sound, wie vom Band. Mir Sachsen würden sagen: FURSCHTBAR!

Der Song, den ich am liebsten live spiele

Ich muss mich an dieser Stelle leider wiederholen – »You«! Ich liebe das Tempo des Songs, die Rhythmik, die Leads; ich muss die ganze Zeit dazu zappeln, was folglich die Performance auf der Bühne extrem erleichtert!

Der Song, der mich aufbaut, wenn ich down bin

Wenn ich mal so richtig schlecht drauf bin, versuche ich mich meistens mit Youtube abzulenken, schaue Live-Videos diverser Künstler und lasse mich inspirieren. Jedes Mal aufs Neue pusht mich der Livemitschnitt von Bruno Mars‘ »Locked out of Heaven« aus Paris – für eine Größe wie Bruno Mars eine recht kleine Clubshow, vielleicht kennt es der ein oder Andere der das liest sogar. Einfach verrückt, wie tight diese Band performt und wie man die Energie der Show im Video spürt.

Der Song, der auf meiner Beerdigung laufen soll

»Everybody Need Somebody to Love« von den Blues Brothers. Wie auch immer mein Leben von statten gehen wird, auf meiner Beerdigung soll keiner traurig sein. Ich möchte, dass mich mein Umfeld lebensfroh und positiv in Erinnerung hält – also soll getanzt und gelacht werden. Und noch viel wichtiger: es soll Liebe geteilt werden!

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