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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Heute Marie Herzog  mit Helden sein.

Es ist wieder Sonntag und keine Lust auf Tatort.

Aber kein Grund zur Langeweile. Wir poetisieren eure Sonntage! Hier findet ihr deshalb jeden Sonntag hübsche Poesie statt mittelmäßigem Tatort. Kein Til Schweiger, es sei denn, ihr könnt mit Poesie nichts anfangen. Dann aber solltet ihr auch Til Schweiger feiern.

Wenn euch also am Sonntagabend langweilig sein sollte oder euch einfach nach tiefgreifender kultureller Bereicherung ist, dann stattet uns einen Besuch ab: Schöner wird es kaum!
Heute hilft laut lesen. Marie Herzog mit dem Vorlesgedicht Helden sein. (Hurra!)

Helden sein

Wir sind die Helden? Die Rebellen?
Wir haben schon Angst vor Hunden die bellen.
Werden alle Lebensmüde
in einer Welt in der wir alle lügen.

Wir müssen mal stark werden,
die Zweifel an die Wand werfen.
Lass uns diese Wand mit Graffiti beschmieren,
zeigen, dass wir die Welt regieren.
Stehen im eigenen Schattenschein,
lass uns einfach Helden sein.
Uns nicht mehr in fremden Ecken verstecken,
sondern gemeinsam die Welt entdecken
und mit erhobenen Haupt nach vorn gehen,
als eine Mauer stehen.
Stark und unkaputtbar.
Massiv und unverwundbar.

Lass uns für unsere Träume stehen,
sie in die Tat umsetzen und in fremde Länder gehen.
Oder lass uns fliegen lern‘,
alle Sorgen unten lassen,
fliegen bis zum höchsten Stern,
und oben über Fehler lachen.

Lass mal zu weit gehen,
wenn einer sich nicht traut,
dann lass mal zu zweit gehen.

Also für andere stark machen,
über unsere Fehler lachen,
was tun, wo wir nie gedacht hätten,
dass wir es machen,
aus dieser Welt ausreißen,
und mal sehen wie weit wir es schaffen,
das Adrenalin spüren
und uns immer weiter nach vorne führen
und unsere Beine in die Hand nehmen
lass uns bis ans Ende gehen,
bleiben nie stehen,
und lass mal einen Endspurt einlegen,
uns vor niemanden ergeben.
Wir? Wir kämpfen ohne Waffen.
Denn Gemeinschaft heißt,
wir können es gemeinsam schaffen.

Wir werden Helden sein.
Du und ich.
Keiner bleibt allein.
Denn wir werden zu zweit gehen,
wenn wir mal zu weit gehen,
über der Welt stehen
und mal weiter als die Grenzen gehen.

Das Feuerwerk knallen lassen,
die Hemmungen fallen lassen.
Egal wie wir aussehen,
wir müssen uns nur aufraffen und aufstehen,
denn wir erschaffen Aufsehen.
Wir müssen alle Bedenken hinter uns lassen,
und uns nach vorne lenken.
Einfach nach vorne gehen,
und nie wieder nach hinten sehen.
Wie oft wir uns schon mit Ausreden aus der Schlinge zogen,
und irgendwelche Dinge verschoben.
Damit wird jetzt Schluss sein,
denn wir können es herausschreien:
wir werden Helden sein.
Wir sind Superman und Superfrau,
leben eine bunte Welt statt diesem grau.
Wir kreieren unser Eigenleben,
neben all den Alltagsfliegen.
Wir bleiben nicht liegen,
wir sind die, die siegen.
Oben auf dem Treppchen stehen,
mit großen Schritten Richtung Zukunft gehen.
Die, die Geschichte schreiben,
die es an die Spitze treiben.
Stehen nicht dumm rum,
drehen uns nicht mal um,
sehen nie nach hinten,
wenn wir als Erster ins Ziel sprinten.
Denn was hinten liegt ist nun vorbei,
leben unser Leben,
und fühlen uns endlich mal frei,
denn wir sind die, über die geredet wird,
weil jeder von uns die Welt regiert.

Marie Herzog

ist 17 und Schülerin der elften Klasse eines Gymnasiums in Osnabrück. Sie schreibt seit circa zwei Jahren Gedichte für Poetry Slams und hat sogar schon ein Buch veröffentlicht. „Ich flieg mir den Himmel blau“ ist eine Sammlung ihrer Gedichte und die ihres Klassenkamerads. Die beiden besuchen hin und wieder Poetry Slams zum reinen Vergnügen. Marie fotografiert und reitet in ihrer Freizeit. Hier gibt es noch mehr für die Ohren.

Und wenn ihr mehr Poesie statt Tatort wünscht, schaut allwöchentlich bei uns vorbei. Oder schaut ins Archiv – da findet ihr unsere Poesiesammlung. Alles sehr hübsch und bunt und deep. Gönnt euch gerne.

Oder ihr schreibt selbst ganz zauberhafte Poesie? Dann seid ihr mega! Schickt uns euren Text und eine Vita an