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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Heute Lukas Hoffmann mit mücken sterben im licht:

Es ist wieder Sonntag und keine Lust auf Tatort.

Aber kein Grund zur Langeweile. Wir poetisieren eure Sonntage! Hier findet ihr deshalb jeden Sonntag hübsche Poesie statt mittelmäßigem Tatort. Kein Til Schweiger, es sei denn, ihr könnt mit Poesie nichts anfangen. Dann aber solltet ihr auch Til Schweiger feiern.

Wenn euch also am Sonntagabend langweilig sein sollte oder euch einfach nach tiefgreifender kultureller Bereicherung ist, dann stattet uns einen Besuch ab: Schöner wird es kaum!
Heute ist Lukas Hoffmann mit einem Gedicht am Stizzen. (Hurra!)

mücken sterben im licht

die welt ist viel zu gelb.
gefällt nicht
und stinkt.
nie nur ein bißchen.

mein haar wächst nach innen.
gehorcht nicht.
steht mir,
findet ein spiegel.

mensch blutet in mich.
macht platz
knapp
in meinen adern.

musik kann nicht sein.
das leuchtet rot,
­sagen mir tod
und teufel ins gesicht.

ihre blicke kriegen mich nicht.
ich bin zu schnell.
ich fliehe
das ich

lukas hoffmann

ich bin geboren in darmstadt am selben tag wie oliver kahn, lebe in berlin, wo ich politikwissenschaft studiere und 2014 preisträger des treffens junger autor*innen war. mein willen zur revolution und mein begehren nach lyrik kommen sich oft in die quere. kann lyrik, kann diese zerbrechliche schönheit, einen sinn haben in kaltland, in dem es immer deutscher wird, in der zerschossenen, mit grenzen durchzogenen welt? da fällt mir ein zitat ein – akademie! akademie! – : „adorno´s reflections are informed by the belief, that the only true home available now, tough fragile and vulnerable, is in writing.“ (edward said) aber wie leicht werfe ich meine zweifel dagegen.

Und wenn ihr mehr Poesie statt Tatort wünscht, schaut allwöchentlich bei uns vorbei. Oder schaut ins Archiv – da findet ihr unsere Poesiesammlung. Alles sehr hübsch und bunt und deep. Gönnt euch gerne.