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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Heute Isabel Summer mit Jugendliebe und Disability:

Es ist wieder Sonntag und keine Lust auf Tatort.

Aber kein Grund zur Langeweile. Wir poetisieren eure Sonntage! Hier findet ihr deshalb jeden Sonntag hübsche Poesie statt mittelmäßigem Tatort. Kein Til Schweiger, es sei denn, ihr könnt mit Poesie nichts anfangen. Dann aber solltet ihr auch Til Schweiger feiern.

Wenn euch also am Sonntagabend langweilig sein sollte oder euch einfach nach tiefgreifender kultureller Bereicherung ist, dann stattet uns einen Besuch ab: Schöner wird es kaum!
Heute gibt es gleich zwei wunderbare Gedichte von Isabel Summer. (Hurra!)

Jugendliebe

Die rote Bank ist nicht mehr rot!
Hast du’s geseh’n im Zeitvergeh’n?
In mir, ich seh’s, lebt sie doch noch rot,
ganz plastisch ist sie, nein, nicht tot,
rot, rot, rot, rot, rot, rot, rot, rot, rot!

Disability

Wenn hinter einer Neuheit
Wohnliches gekommen ist
und mit schaurigem Lächeln
ein Lakai Träume grob
in Formen presst, stapeln
sich, um auf Schwellen zu
verweilen, kranke Geister.
Still liegen sie und sagen nichts.

 

Isabel Summer

Isabel Summer, 27 Jahre alt, war schon als Kind passionierte Hintergrundsängerin. Nachdem sie in der zehnten Klasse ein Praktikum in der Requisite eines renommierten Opernhauses absolvierte, entschloss sie sich alles was sie tat mit Ornamenten zu verzieren. Auch wenn es nicht immer gelungen aussah, produzierte sie so eine beträchtliche Anzahl an Kritzeleien, Gartenstühlen, Kleidungsstücken, Tanzperformances und vor allem viele Cupcakes. Würde man sie mit Farben beschreiben, so wäre es eine Kombination aus Grasgrün, Senf und Eierschalenblau.

Und wenn ihr mehr Poesie statt Tatort wünscht, schaut allwöchentlich bei uns vorbei. Oder schaut ins Archiv – da findet ihr unsere Poesiesammlung. Alles sehr hübsch und bunt und deep. Gönnt euch gerne.