Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Das Team der UPride hat ZurQuelle eingeladen, um sich die Lesung des Erstlingswerks von Stefan Radaković anzuhören. Wir erlebten einen spannenden Autor und dessen Geschichte.

Radaković beschreibt das Coming-of-Age und das damit verbundene Coming-Out des Protagonisten Branko in einem Kammerspiel mit 130 Szenen. Branko lebt in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Dort hat er seine erste Freundin, weil eben alle eine Freundin haben. Das ist einfach so. Als er merkt, dass er schwul ist, macht es ihm sein Umfeld nicht leichter. Freunde raten ihm zu einer Therapie. Die hilft ihm aber auch nicht. Er möchte nur mit seiner Sexualität im Einklang sein können.

„Zašto?“ – Vom wahren Leben inspiriert

Teile der Story sind autobiographisch. Auch Radaković hatte in Prag die obligatorische Freundin bevor er sich outen konnte. Auch er konnte nicht offen zu seiner sexuellen Orientierung stehen. Man schickte ihn in eine Therapie. Der Therapeut agierte als verlängerter Arm der Eltern. Geholfen hat es ihm nicht. Erst als er umzog und ein Umfeld kennenlernte, in dem man ohne Diskriminierung schwul sein konnte, war der Bann gebrochen. Über vier Jahre arbeitete er an der Geschichte von Branko. Radaković kann es immer noch nicht glauben, dass aus der Idee, die er aus Langeweile auf einer Klassenfahrt auf dem iPad tippte, nun ein ganzes Buch geworden ist.

Das Buch ist in englischer Sprache verfasst. Dies hat vor allem den Grund, dass Radaković die serbische LGBT-Community erreichen möchte, aber auch in ganz Europa die Geschichte jener Communities aus dem ehemaligen Jugoslawien erzählen möchte. Ein Verleger in Serbien hätte das Buch niemals gedruckt und deutsche Verlage drucken seltener auf serbisch. Die Lösung war eine englische Variante und das Self-Publishing.

Die verpasste Chance

„Zašto“ (serbisch für „Warum“), der Titel des Buchs, ist vor allem eine Frage, die er seinen Eltern gerne stellen würde. Sie wissen von dem Buch. Sein Vater schweigt es tot und seine Mutter wäre es lieber, er würde das Buch weniger bewerben. Trotz aller Liebe für ihren Sohn.

Beim Titel hat Stefan Radaković knapp die Chance auf den ZurQuelle „Preis für den ordinärsten Buchtitel 2017“ verpasst. Ursprünglich hätte es das serbische Wort für „Niemandsland“ sein sollen, was in der wörtlichen Übersetzung soviel wie „Wolfsfickerei“ geheißen hätte. Ein wunderschönes Sprachbild, an dem kein Feuilletonist vorbeigekommen wäre.

Und was hat UPride damit zu tun?

Organisiert wurde die Lesung von der queeren Hochschulgruppe der Uni Potsdam UPride. Die veranstaltet regelmäßige Events und Projekte. Vor allem aber sieht sich UPride als Anlaufstelle für geoutete und ungeoutete Menschen, vermittelt zu Hilfsprogrammen und ist mit diversen Aktivistengruppen bestens vernetzt. Wie kann Mann/Frau/Es/* sich beteiligen oder in Kontakt treten? Ganz einfach:

E-Mail

Facebook

Wo bekomme ich das jetzt Buch her?

Immer schön dem Link nach: als Taschenbuch oder als E-Book. Wer mehr über den Autor erfahren möchte, der schaue bitte hier!

via GIPHY

Mehr ZurQuelle Magazin-Party? Wir freuen uns auf dich bei FacebookTwitter und Instagram.

Und am tollsten wäre es, wenn du ein Abo abschließen würdest. Nirgendwo sind wir so schön wie im Print.