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von und für Zaubernde

Jemand pinselt ein bekanntes Gedicht auf seine Fassade und erntet einen Shitstorm.

“Avenidas” heißt dieses Gedicht, Eugen Gomringer hat es verfasst. Es handelt von Blumen, Frauen und einem, der sie bewundert.

„Alleen / Alleen und Blumen / Blumen / Blumen und Frauen / Alleen / Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“

Der Bewunderer, ein einfacher Mann, vielleicht der Autor selbst. Für einige studentische Vereinigungen ist dieser Mann ein Sexist. Weil er Frauen mit Blumen, ergo, Objekten gleichsetzt. Weil er ihre Schönheit bewundern zu scheint, nicht ihren Geist. Blumen haben keinen Geist und Frauen sind wie Blumen. Inspirationen. Denen man nachgehen sollte. Die ganze Allee entlang, ob sie das möchten oder nicht.

So sehen es die Kritiker. Ein klassischer Fall von positiver Diskriminierung.
Ein klassischer Fall von Ignoranz, so sieht es der Autor. Die Alice-Salomon-Hochschule in Berlin sieht sich gezwungen, ihre Fassade zu überstreichen. Irgendwas Neutrales, vielleicht lieber ein Bild. Auf keinen Fall Blumen. Ist sowieso schon teuer genug.