Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Akute dichterische Inspiration und andauernde Liebe zur Alltagslyrik haben Felix dieses Mal zur Versform bewegt. Manches sollte einfach nicht ungesagt bleiben.

Poetry Slams

Sie sind die schlimmste Form der Cultural Appropriation,

die weichgespülte Variante von Freestyle Battles im Hip-Hop,

nur ohne böse Wörter – dafür mit kuschelweichem Pathos. Wie Clueso

nur ohne Musik.

 

Poetry Slams sind die triefende Einfältigkeit,

das Millenial-Rosamunde-Pilcher-Programm.

Politisch angehaucht wohlgemerkt, spielen sie

die Begleitmusik für den belanglosen Trip der ewigen

Selbstsuche in der champagner-nuckelnden ersten Welt.

 

Am wichtigsten sind die tiefgründigen Pausen.

Beladen mit dem Gewicht der ewig währenden Weisheit

eines 19-jährigen Psychologiestudenten – Robin oder Max heißt er, denn er ist meistens

ein Mann.

 

Dann wieder das Tempo wechseln; schnell, hingebungsvoll,

die Emotionen kochen, er lacht, weint, bettelt, fleht,

steht mit glitzernden Tränen am Abgrund. One Day Baby We’ll be Old.

 

Dichten über Einsamkeit, Twitter, Pop und Liebesscheiß.

Philosophen anzitieren, aber nur, um ihre Komplexität als Chiffre zu benutzen

zu meta bist du, und zu sensibel. Dein Gedicht reimt sich nicht.

 

Eines Tages Baby, dann sind wir alt,

dann sind wir alt,

und dann eh bald tot.

Und dann ist eh egal.

 

Kann jetzt bitte endlich die scheiß Band spielen?

 

Lust auf mehr? Dann schau hier!

Unser letztes Herz ging an an Annegret Kramp Karrenbauer.

Du hast Lust auf mehr vom ZurQuelle Magazin? Wir freuen uns auf dich bei FacebookTwitter und Instagram.

Und am tollsten wäre es, wenn du ein Abo abschließen würdest. Nirgendwo sind wir so schön wie im Print.