Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Falls dein Geschichtslehrer attraktiv war, kannst du dich eventuell noch an Sarajevo erinnern. Ein Attentat auf die Kutsche des Kronprinzen Franz. Friedrich. Ferdinand. Jedenfalls irgendein schlimmes Ereignis, das den Ersten Weltkrieg einleitete. Der Völkermord in Srebrenica sagt dir wahrscheinlich weniger.

Als ehemaliger General sollte sich Ratko Mladic noch gut an die Ereignisse im Sommer 1995 erinnern. Damals, im Smog der UN-Schutzzone Srebrenica, verteilte er Cola-Dosen an geflüchtete Frauen. Er posierte breit grinsend mit ihren Kindern und tröstete sie über den Tod ihrer Väter hinweg.

Am 11. Juli waren ebendiese 8000 Väter, Söhne und Brüder, plötzlich verschwunden. Tot umgefallen. Womöglich waren sie dem Karma ihrer muslimischen Terrorherrschaft gegenüber der bosnisch-herzegowinischen Zivilbevölkerung zum Opfer gefallen. Mladics Soldaten hatten mit ihrem Tod rein gar nichts zu tun.

Heute entschied das UNO-Tribunal nach 24 Jahren, diese Version der Geschichte nicht zu glauben. Nach 16 Jahren Flucht wurde Mladic seiner gerechten Strafe zugeführt. Lebenslänglich, nicht  “nur” für Völkermord.

Mladics Gruppen hatten Sarajevo 1992 für 44 Monate belagert und dabei etwa 10.000 Menschen getötet. Noch irgendein schlimmes Ereignis, dass sich in Mladics Erinnerung ganz anders abspielt als in der kollektiven Erinnerung. Falls man sich daran erinnert.

 

Wir erinnern dich. Auf FacebookTwitter und Instagram. Und am tollsten wäre es, wenn du ein Abo abschließen würdest. Nirgendwo sind wir so schön und schlau wie im Print.