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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Wu-Tang Clan ain’t nuthin‘ to fuck with, sagte der Wu-Tang Clan einmal. Dann kam Martin Shkreli und fuckte mit dem Wu-Tang Clan. Aber nicht nur mit dem. Nun muss er in den Knast – endlich.

Martin Shkreli wird von der digitalen Boulevardpresse immer wieder als „meistgehasster Mann des Internets“ bezeichnet. Tatsächlich hat er ein paar Aktionen zu Buche stehen, die ihn für diese ehrenwerte Position qualifizieren.

Alles begann damit, dass er die Rechte an einem Medikament gegen die gemeinsten Auswirkungen einer AIDS-Krankheit erwarb und dieses Medikament dann um 5000 Prozent teurer machte. Wer also arm, konnte es sich fortan nicht mehr leisten. Darauf angesprochen grinste Shkreli nur lausbübisch.

Wenn man Shkreli mit Menschen vergleicht, die ebenfalls vor allem auf ihren Profit bedacht sind, schneidet er wahrscheinlich gar nicht so viel böser ab. Nur dass die meisten anderen eben auf das Lausbubengesicht verzichtet haben. Dieses Grinsen ist das Victory-Zeichen eines Ackermanns oder Nixons. Es ist die Bunga-Bunga-Party nach einem gewonnenen Prozess. Es sind diese I-Tüpfelchen auf einer moralischen Verfehlung, die dieses sich erst im kollektiven Gedächtnis festsaugen lässt. Warum lässt Martin Shkreli das also nicht einfach?

Martin Shkreli, ein trauriger, böser Mann

Die Antwort scheint wiederum ebenfalls im Lausbubengrinsen begründet. Klar ist Martin Shkreli nun der „meistgehasste Mann im Internet“. Aber er ist eben auch jemand. Nicht mehr nur der kleine Junge, der den ganzen Tag vor dem Computer sitzt und dessen Haushälterin seine beste Freundin ist.

Sein Twitter-Konto wurde gesperrt, nachdem er eine Journalistin wiederholt bedrängt hatte – ziemlich plump, mit Bildern, auf denen die beiden in gemeinsame Situationen gephotoshoppt worden waren.

Martin Shkreli, Supervillain

Als Shkreli dann auch noch ein Wu-Tang Clan Album kaufte, von dem es nur eine Kopie gab, war das Maß voll. Öffentlichkeitswirksam hatte die Band „Once Upon a Time in Shaolin“ versteigert. Es kam in einer schicken Box und versprach dem Käufer die Exklusivrechte an der Musik. Shkreli ersteigerte es heimlich und gab dann bekannt, es sich niemals anhören zu wollen. Später dann versprach er, das Album im Falle eines trumpschen Wahlsieges zum kostenlosen Download bereitzustellen, beziehungsweise es zu vernichten, sollte Clinton gewinnen. Er veröffentlichte letztlich einen Song und versteigerte das Album auf ebay.

Nun muss Shkreli in den Knast. Er hat betrogen. Wir sind uns sicher: Er wird schon ein paar Investitionsmöglichkeiten im Gefängnis auftun. Ob der Hass gegen ihn dort aber ebenso digital stattfinden wird, ist unwahrscheinlich. Wir schenken Martin Shkreli unser Herz. Von hinten in der Knastdusche.

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