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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Bild-Chefredakteur Julian Reichelt wurde für seine „unterirdische“ journalistische Arbeit ausgezeichnet. Die Initiative Neue Deutsche Medienmacher beehrte ihn mit der „Goldenen Kartoffel“. Überraschenderweise erschien Reichelt persönlich bei der Preisverleihung, um die Auszeichnung abzulehnen. Seine Begründung? Die Kartoffel sei rassistisch.

„‚Kartoffel‘ ist eine Beschimpfung geworden, die sich tatsächlich auf Rasse und Herkunft bezieht und das ist in keiner Weise liebevoll gemeint“, echauffierte sich Reichelt bei der Preisverleihung. Dabei hat der knollige Verkaufsschlager objektiv gesehen schon Berührungspunkte mit dem stereotypen Deutschen. Beide sind weder besonders spannend noch schön, höchstens vielseitig – betrachtet man die Dialektvielfalt von sächsisch bis niederbayrisch. Und beide lassen sich gut roasten.

Ist das Kartoffel-Wort ein linksgrünversiffter Legitimationsversuch, der es Kameltreibern und Schlitzaugen gestattet, das arme deutsche Volk rassistisch zu beschimpfen? Dass es auch Rassismus gegen die Mehrheit, oder von Minderheiten gegen andere Minderheiten gibt steht außer Frage. Trotzdem hat Rassismus von der Mehrheit gegen eine Minderheit einfach ein anderes Gewicht als anders herum.

Es geht hier ausnahmsweise einmal nicht Rassismus. Es geht um die unappetitliche Berichterstattung der Bild-Zeitung. Deshalb geht das Herz der Woche an alle Kartoffeln, die sich nicht mit der Polemik Julian Reichelts salzen lassen. Schmeckt nicht. Lern mal kochen, Julian.

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Anne verschlang in nur drei Tagen das neue Buch der großartigen Margarete Stokowski: »Die letzten Tage des Patriarchats«.

Leonie sah sich an, wie Fundi-Christen beim »Marsch für das Leben« weiße Kreuze schwingen.

In der letzten Sneak: Penélope Cruz in »Todos Los Saben«.

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