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von und für Zaubernde

Der Autor dieses Text wurde gestern erschossen. Es ist wichtig, die Leserschaft mit einem spannenden Einstieg sofort zu catchen.

Journalisten müssen sich heutzutage immer wieder Vorwürfen stellen. Ihre gesellschaftliche Relevanz wird in Frage gestellt, auf Demos wird ihnen spontan die Akkreditierung entzogen oder man steckt sie in den Knast. Unsere Waffen sind Sorgfalt und Qualität! Deswegen hier ein paar Tipps für Nachwuchsjournalisten.

Besonders wichtig ist die Sprache. Wenn sich der Text nicht gut liest, tut ihn auch keiner lesen. Vermeide zu viele confusing and awkwarde Anglizismen. Jugendsprache ist 1 Ärgernis vong fehlende Witzigkeit her. Redundantes Schreiben mit vielen Wiederholungen sollte vermieden werden, damit sich nicht alles wiederholt. Die Sätze sollten nicht zu lang und kompliziert sein, sonst versteht keiner mehr irgendwas, wie wenn man ins Kino geht und der Film ist auf Chinesisch mit türkischen Untertiteln und man trägt eine Sonnenbrille mit der falschen Sehstärke.

Auch Beispiele sollten plausibel und treffsicher sein. Die sukzessive Verwendung ominöser Fremdwörter ziemt sich nicht und behindert den Lesefluss exorbitant bis zur Unmöglichkeit. Vermeide Phrasen, die sind meist nicht so das Gelbe vom Ei. Vermeide den Satzbeginn, mit dem gleichen Wort wie im Satz zuvor. Und spar dir bloß plakative Sätze mit aufdringlichem Appellcharakter!

Zur professionellen journalistischen Arbeit gehört auch, gut zu recherchieren. Frag auch mal deinen Onkel Uli, wie der den Martin Schulz so findet. Nicht immer nur googeln! Und sei dir deiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Wenn du z.B. schreibst, dass 98,9% aller Berliner Studierenden in den Semesterferien nur saufen, an Kneipentresen pennen und ihre Hausarbeiten aufschieben, werden die Lesenden das sehr ernst nehmen. Du solltest also vorher genau prüfen, ob die Zahl der Realität entspricht (tut sie).