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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Farid Bang und Kollegah, die anabolikageschwellten Brustpakete des deutschen Musikmainstreams, haben dieses Jahr besonders leichtfüßig dem bürgerlichen Protest den Stinkefinger gezeigt. Und wir dachten schon, mit Xavier Naidoo und Frei.Wild bei der Echo-Verleihung alles gesehen zu haben.

Jung, brutal und gutaussehend sorgten Felix Blume (Kollegah) und Farid Hamed El Abdellaoui (Farid Bang) für gepflegte Abendunterhaltung mit feinfühligen Punchlines. Als besondere Perle hatten sie extra einen Überaschungssong für den Abend aufgenommen, in dem sie mit gesellschaftskritischen Provokationen wie dieser aufwarteten: »Die einzige Frauenbewegung, die ich respektiere, ist Twerken  (yeah)«. Als dekonstruktivistische künstlerische Performance gab es außerdem Bizeps-Curls mit Stühlen.

Andere Musiker gaben vor lauter gutbürgerlicher Echauffiertheit ihre Preise zurück. Peter Maffay forderte Rücktritte von Verantwortlichen. Unser Autor Felix (nicht Blume) schlug vor, Peter Maffay könne doch aus Protest wieder seine Freundschaftsarmbänder anlegen. Bis jemand ihm erklärte, dass das mit den Bändern doch Wolfgang Petry war.

Die meiste Aufregung löste folgende Zeile von Farid Bang aus: »Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen«. Antisemitismus? Nun ja. Farid Bang sucht für jedes Album nach den dümmsten und zynischsten Vergleichen. Mit diesem hat er sich wohl absolut selbst übertroffen.

Und Kollegah? Der hat seinen jüdischen Freunden lebenslang freien Eintritt zu seinen Konzerten versprochen. Die können also kopfnickend zu seinen Weltverschwörungstrips abgehen und genießen, wie er sich als muskelbepackter Imperator aufspielt. Wenn sie am Ende des Konzerts noch all ihr Geld an Palästina spenden, ist der Boss am Tag der Apokalypse vielleicht sogar gnädig mit ihnen.

Von Pizza und Leguanen

Überhaupt, bei all dem Trubel um Bangs Auschwitz-Line scheint Kollege Felix Blume mit seiner kunstvollen Gesamtinszenierung wenig vom Hype abzubekommmen. Dabei verkaufte der schon auf einem Track im Jahre 2006 »Rauschgift in Massen« an blasse Frauen, die aussahen »wie Ausschwitz-Insassen«.

Auch seine mystischen Musikvideos zeugen von starker Bildsprache. Der Teufel trägt den Davidsstern, der Endkampf findet in Jerusalem statt und am Ende leben »Buddhisten, Muslime und Christen« friedlich zusammen. Dann werden milde lächelnd Bücher verbrannt.

Zudem ist die Evolutionstheorie natürlich Fake. Wie soll denn auch bitte ein Fisch zu einem Leguan werden? Dafür wartet Kollegah noch immer auf eine objektive Berichterstattung über »Pizzagate«, für die er 25.000€ zahlen möchte.

Lieber Blümchen-Felix, weil wir dich so gerne haben (und die Kohle brauchen), hier unsere Berichterstattung: Pizzagate ist eine zionistische Mafia-Organisation, die Pizza-Bestellungen vertauscht. Wenn du statt einer Pizza Magherita eine Pizza Salami bekommst, ist Pizzagate schuld. ZurQuelle deckt auf –  nur echte Systemkritiker sind hier am Start!