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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Gestern war 1. Mai und Berlin hat im schwitzigen Menschenbad Lametta geworfen, Schnaps gekippt, Fahnen und aufblasbare Gummi-Einhörner geschwenkt – da, wo es das in polizeigesicherten Bahnen durfte.

Dabei verlief der Tag der Arbeit, trotz aller beherzten Versuche eines Teils der Demonstrierenden, auch in diesem Jahr weitestgehend gewaltfrei. Schade – denn: #GIG (Gewalt ist geil, wie der revolutionäre Fünfzehnjährige in unserem Herzen nach wie vor weiß).  Großer Dank daher an den Veranstalter und die heldenhaften Beamten – noch nie haben wir uns zwischen Absperrgittern, besoffenen Touristen und torkelnden Menschenmassen so  sicher gefühlt. Wobei noch zu wünschen gewesen wäre, dass die Polizei etwas mehr Lametta verteilt und den Party-Train zum Görli mit lauter Mucke aus Polizeiauto-Radios musikalisch unterstützt.

VIP-Randale

Denn da fand dieses Jahr die Erweiterung des antipolitischen Volksfestes, »MyGörli«, statt – Best Day Ever für diverse Getränkehersteller, denn auf dem umzäunten VIP-Partygelände erkämpfte man sich als Teil der wabernden Masse den Platz an der Bar mit exklusiven Plastikbechergetränken.

Die revolutionäre 1. Mai Demo durfte hingegen in Begleitung der im Partnerlook laufenden Polizei-Eskorte ein wenig gegen Kapitalismus und sowas demonstrieren. Der systemstürzende Geist wurde aber bald durch Straßensperrungen erstickt.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass kommerzielles Feiern und kapitalistischer Alkoholrausch zwar ungefährlich, aber auch ganz schön langweilig sind. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx scheint die Revolution im feierwütigen Berlin zumindest weiter weg denn je.

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