Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Im Event-Supermarkt von morgen sind Kassierer hightech-affine Robonerds, die Frau Schneider die vollautomatische Regalauffüllung erklären. Das haben wir Amazon zu verdanken; dem Unternehmen, das nur an einem interessiert ist: Uns glücklich zu machen.

Rotierende Putzroboter servieren erfrischende Drinks, während eine sanft-monotone Frauenstimme dir den Einband des erotischen Romans vorliest, den du gestern erst gegoogelt hast. Wilde Szenarien spielen sich vor deinem inneren Auge ab, zwischen Biofleischtheke und Smoothieregal wird dir auf einmal ganz leicht ums Herz – und plötzlich steht da Frau Schneider, deine Nachbarin. Die hat schon wieder nicht verstanden, wie die vollautomatische Regalauffüllung funktioniert und wirft einen irritierten Blick zu dir herüber.

Dass dieser Traum nun bald Wirklichkeit werden kann, verdanken wir den Visionären von Amazon. Am Montag hat in Seattle der erste Supermarkt eröffnet, der wie Online-Shopping funktioniert: Amazon Go. Kein nerviges Schlangestehen mehr, wenn Kassierer mit Schweißperlen auf gestresster Stirn hektisch Waren über das Fließband hieven. Im Gegenteil, voller Sehnsucht träumt man von glitzernden Gemüseregalen und frisch gebohnertem Boden. Pure Konsumfreude ohne nervige zwischenmenschliche Interaktion. Nicht mal Einkaufswagen muss man mehr schieben, alles kann sofort eingepackt und mitgenommen werden. Wird direkt abgebucht.

Bald muss auch keiner mehr so genau wissen, was man eigentlich kaufen will – Amazon passt schließlich auf, dass auch schön alles in den Korb kommt, was man zu Hause braucht. Nie wieder mit voller Blase und vollen Tüten die Wohnungstür aufschließen, nur um kurz darauf zu merken, dass man das Klopapier vergessen hat! Denn Amazon weiß Bescheid, wenn es mal dringend ist. Die kleinen Tragödien des Alltags werden so einfach wegoptimiert.

Ralf Kleber, Amazons Deutschlandchef, meinte kurz vor Weihnachten noch verheißungsvoll, es sei keine Frage des Ob, sondern nur noch eine des Wann, dass wir auch hier endlich mit der materiellen Version des Onlineglücks rechnen dürfen. Ein ganz großes Danke schon mal dafür.

Wie das in Zukunft dann aussehen soll? Wenn die Kassierer mit schweißperlender Stirn vielleicht keiner mehr braucht? Werden die jetzt einfach alle super ausgebildete Hightech-Profis, die das elektronische Innenleben unserer Überwachungskameras prüfen? Während Amazon jede Gesichtsregung aufspürt, die der fettarme Fruchtjoghurt aus der TV-Werbung in uns auslöst? Zum Glück fragt das heute noch niemand.

Außer »Ein Herz für Amazon Go« hatten wir in der letzten Woche noch folgende Themen…

Das letzte Herz verlieh Leonie dem NetzDG.

In der Sneak gab’s Three Billboards Outside Ebbing, Missouri. Elisa war begeistert!

Und bei Taste the Waste? Zombietiere. CGI-Zombietiere. Kurz: »Zoombies«

Mehr ZurQuelle Magazin-Party? Wir freuen uns auf dich bei FacebookTwitter und Instagram.

Und am tollsten wäre es, wenn du ein Abo abschließen würdest. Nirgendwo sind wir so schön wie im Print.