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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Seilspringen: »Teddybär, Teddybär dreh dich um; Teddybär, Teddybär mach dich krumm …« – sorglose Kindheiten kamen ohne nicht aus und in den Pausen bot es oft den einzigen Lichtblick.

Doch irgendwann hörten wir auf mit dem Gehopse. Dabei täte dieses uns auch noch heute mehr als gut, denn wir sind zu dick und mittlerweile auf Platz vier im europäischen Fettvergleich. Doch es gibt Hoffnung, eine Brücke zwischen Nostalgie und gutem Workout: Die Hopserei wurde ins dritte Jahrtausend getragen und nennt sich heutzutage ganz offiziell Speedrobic. 

Dabei springt man Seilchen, hüpft, dreht sich vorwärts über Kreuz, rückwärts über Kreuz. Eigentlich ist in diesen Kursen alles wie damals auf dem Pausenhof, nur besser.  Und zwischendurch wird das ausdauernde Springen gar durch Kombinationen aus Krafttraining und Kampfsport ergänzt. Obendrein gibt es anspornende Spaßmusik. Selber singen war gestern – wir sind ja keine Grundschülerinnen mehr.

Seilchenpringen im Jahre 2015; alle Sprünge tragen nun neue Namen: »Teddybär, Teddybär, dreh’ dich um« ist jetzt der Single Down Under 360, und »Teddybär, Teddybär, heb’ ein Bein« wird zum Single Foot. Die hartgesottensten Kuscheltiere erproben sich gar in einer Kombination aus beidem: dem Single Foot 360. Sowohl der Double Cross Step mit erst links, dann rechts überkreuzten Beinen als auch der Criss-Cross, bei dem die Arme im Wechsel gekreuzt werden, lassen Herzen höher schlagen, die sonst nurden sanften Rhythmus des Fernsehprogramms gewöhnt sind.

Laut der Fit for Fun werden beim sorglosen Seilchenspringen locker 250 Kalorien in 15 Minuten verbrannt. Jetzt nicht mehr nur zum Zeitvertreib und aus Spaß, sondern auch als Kilo-Killer. Das Leben als Pausenhof. Für immer. In diesem Sinne: Teddy bear, teddy bear, single down under single foot 360!

Luna Graffé

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