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von und für Zaubernde

Verborgen im Tor-Browser liegt das Onion-Netzwerk, von N00bs auch Darknet oder Deepweb genannt.

Wäre das Internet mit Google, Facebook und Twitter die Winkelgasse aus Harry Potter, so käme das Onion-Netzwerk der verrufenen Nokturngasse gleich, in der zwielichtige Gestalten mit schwarzer Magie handeln. Wer einen Ausflug dorthin wagt, sucht das Böse.

Für den Zugang zum Darknet ist neben dem Tor-Browser noch das Hidden Wiki nötig. Das ist die Karte, mit der die gesuchten »Hidden Services« auch gefunden werden können. Anders als im normalen Internet gibt es nämlich keine selbsterklärenden Domain-Namen wie »www.zqzaubert.de«, sondern kryptographische Onion-Adressen á la »32rfckwuorlf4dlv.onion«. Meistens zahlt man mit der anonymisierenden Kryptowährung Bitcoin. Die Coins können später im Internet gegen Euros getauscht werden.

Sogar echte Pässe gibt’s im Darknet – zum Schnäppchenpreis

Und wie sieht das konkret aus? Statt in Schlepper können zahlungskräftige Flüchtlinge zum Beispiel in Pässe investieren. Praktischerweise bietet etwa ein Online-Anbieter aus Großbritannien echte UK-Reisepässe an. Inklusive Eintrag in die offizielle Datenbank. Und das zum Schnäppchenpreis von 6,125 ฿. Das entspricht je nach Tageswechselkurs circa 2500€. Ein Schnäppchen, noch dazu versandkostenfrei und auf Wunsch mit dem passenden Länderstempel, falls man sich nicht im Schengenraum befindet. Wie das funktionieren kann? Geschäftsgeheimnis.

Lustig ist, dass sehr analoge Geschäftszweige wie der Drogen-, Waffen oder Menschenhandel die Digitalisierung gemeistert haben und fast so einfach zu bedienen sind wie jeder normale Online-Shop. Vorbei der Trenchcoat, der Geldkoffer und das Meeting unter dunklen Brücken. Trotzdem sind die Anbieterinnen online nicht weniger zwielichtig und kriminell als analog. Umsehen ist also erlaubt, aber im Darknet einzukaufen ist echt keine gute Idee.