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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Das Berghain wird Hochkultur im Jahresrückblick 2016: Wir blicken zurück auf ein Jahr, das im allgemeinen Jahresrückblick nicht allzu gut wegkommt. Wir gucken aber nicht nur auf Trump.

10.09.: Berlin, wie hältst du es mit der Kultur?

Mit einem Grund zum Feiern macht das Feiern bekanntlich doppelt Spaß. Am 10. September gab es einen solchen. Die Clubveranstaltungen im Berghain wurden vom Finanzgericht Berlin-Brandenburg in Cottbus  zur „Hochkultur“ erklärt, und die müssen’s ja wissen. Und es geht hier tatsächlich um „Hochkultur“. „Hoch“ im Sinne von Oper, Theater und Philharmonie. Nicht im Sinne von “high”.

Wegen seiner Konzertveranstaltungen muss das Berghain ab sofort nicht mehr die für Unterhaltungsveranstaltungen geltende Umsatzsteuer von 19 Prozent zahlen, sondern nur 7 Prozent, wie die Betreiber anderer Kulturveranstaltungen auch. Das klärt endlich auch die Frage, warum die Berliner Theater, auf deren Bühnen ja auch alle nackt sind und Kette rauchen eigentlich weniger Steuern zahlen durfte als das Berghain.

Dem Berghain hat es gut – besser als andere zumindest

Im Vergleich zu London, wo zwei wegweisende Clubs die Türen schließen mussten, kam Berlin also mit der Erhebung des Nachtclubs in den Olymp der Kulturinstitutionen von staatlicher Seite ganz gut weg. Während wir darum bei Sekt auf dem winterlich-weiß verschneiten Dancefloor endlich leichten Gewissens die Berliner Hochkultur feiern können, rücken auch die Hoffnung nach Subventionen für mittellose Clubgänger:innen und zahlreiche Vergünstigungen mit dem Berlin-Pass in greifbare Nähe. Für den Wahlkampf 2017 haben wir ein paar Ideen. Und jetzt: Bis Montag.