Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

In unserem Jahresrückblick 2015 findet ihr fortan jeden Tag ein Türchen, das es durch Klicken zu öffnen gilt. Wir stellen euch die bewegendsten, die tollsten, die beeindruckendsten Vorkommnisse des letzten Jahres vor. Heute: Wahlen in Europa. Ihr werdet es LIEBEN!

Die Links zu den bisherigen Türchen findet ihr unten. Die 06 fehlt leider, aber da war Nikolaus, wir hatten einen furchtbaren Kater und die Party des Abends zuvor steckte uns noch schmerzhaft in den Knochen. Seht es uns nach, ihr süßen Babyweihnachtsmänner (und Babyweihnachtsfrauen)

Wahlen in Europa

2015 wurde gewählt was das Zeug hielt! 1001 Wahlen in Europa etwa. Die Griechinnen und die Türkinnen zum Beispiel konnten gar nicht genug davon bekommen und wählten, weil Demokratie so schön ist, gleich zwei Mal ihre Parlamente. Dabei mussten die Griechinnen allerdings lernen, dass 2015 nicht als das Jahr der Demokratie in die Geschichte eingehen wird, und dass Eurostabilität noch immer vor Wahlversprechen geht. Die Türkinnen wiederum liebäugelten erst mit einem Mehrparteiensystem, und wählten tatsächlich mehr Parteien ins Parlament, beließen es letztendlich aber dann doch beim AKP-System. Auch die Britinnen durften wählen und bewiesen, dass ihre Meinungsumfrageinstitute nicht die besten Vorhersagen ablieferten. Machste nix, die Schottinnen hat’s gefreut. Und die Tories natürlich auch.

Und damit sind wir auch schon beim Wahltrend der Wahlen in Europa des Jahres – denn der war rechts. Manchmal ziemlich dolle (Polen), manchmal weniger dolle (Wien), manchmal doller, als man denken würde (Dänemark) und manchmal erst dolle und dann wieder nicht so dolle (Frankreich). Natürlich gab es Ausnahmen (Portugal), aber gerade, wenn man sich doch wieder über Demokratie zu freuen begann (Spanien), lehnten die Sloweninnen in einem Referendum die Homoehe ab. Oder man lernte, dass Aung San Suu Kyi zwar die erste halbwegs demokratische Wahl in Myanmar gewonnen hat, dann aber doch nicht an die Macht kommen durfte.

Natürlich gab es auch wieder Wahlen, die gar keine waren – gell, Weißrussland?

Also komm schon, 2016, das kannst du doch besser! Du hast die Chance, als das Jahr in die Geschichte einzugehen, in dem Donald Trump nicht Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Du könntest sogar das Jahr werden, in dem Bernie Sanders Hillary Clinton geschlagen hat. Du kannst die russische Duma neu wählen – müssen wir dazu noch viel sagen? In Somalia wird es die ersten freien Wahlen seit 1984 geben, verkack das lieber nicht!

Und wie wär’s zur Abwechslung mit keinem weiteren Rechtsruck in Europa? Dazu kriegst du sogar merhfach die Chance, dank zahlreicher weiterer Wahlen in Europa: in Rumänien zum Beispiel, in der Slowakei oder Irland. Die AfD im Abgeordnetenhaus der Hauptstadt? Auch das kannst du verhindern. Und zu guter Letzt kannst du Neuseeland eine neue Flagge verpassen, mit coolem Silberfarn statt kolonialem Union Jack. So, und jetzt kommst du! Prost Neujahr!
Matti Geyer

 

22.12. Schnutes Tod

23.12. Blut als Jungbrunnen

Datum:
Text: