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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Noch schlechteres Zuhören und Diskutieren in 10 weiteren Schritten (diesmal wirklich):

    1. Ostentatives Augenrollen und Seufzen. Bringe mit nicht allzu gedämpfter, also gerade noch vernehmbarer Stimme deine Langeweile zum Ausdruck
    2. Höre dir die ersten zwei bis drei Minuten des Vortags an, gerade lang genug, um aufbauend auf irgendein aufgeschnapptes Wort eine Pseudofrage für die Diskussionsrunde zu basteln.
    3. Fällt dir in der Diskussionsrunde wirklich gar nichts ein, fordere die Rednerin auf, für die angebliche Mitschrift noch mal dieses oder jenes zu wiederholen, oder vielleicht einen bestimmten (nämlich den offensichtlichsten oder nebensächlisten) Punkt zu erläutern.
    4. Stelle Fragen mit Bezug zu deinem hyperobskuren Nischenspezialinteressengebiet, deren Beantwortung nur für dich und sonst niemanden wissenswert ist.
    5. Im besten Fall ist deine Frage nur spärlich als ein nach allen Richtungen ausufernder Stegreifmonolog getarnt. Verschwende die Zeit der anderen.
    6. Verzieh keine Miene, wenn nach zwei- bis drei- oder vier- oder, doch doch, fünfminütiger Stille immer noch keine einzige Kommilitonin eine Anschlussfrage stellen oder einen Diskussionsbeitrag leisten möchte. Wer zu erst was sagt, verliert.
    7. Während die anderen reden, kümmere dich um Facebook, Mails, Snapchat und deinen Grindraccount namens »Die Wanderhure«.
    8. Uneinverstandensein mit einer von der Referentin vertretenen Position ist mit Beleidigungen zu begegnen. Höflichkeit ist für Weicheier.
    9. Finde einfach immer alles irgendwie »spannend«, egal was. Beginne jeden Wortbeitrag mit »also ich als Frau«.
    10. Zähle die Menge der abwesenden Kursteilnehmerinnen, für deren Anwesenheit schlecht gefälschte Unterschriften auf der Teilnehmerliste bürgen. Nimm dir vor, in der nächsten Stunde Anwesenheit vorzutäuschen. Und wenn du schon dabei bist, nimm dir vor, einen Erasmus vorzutäuschen.